Hochzeit

10 Tipps beim Brautkleidkauf

Brautkleid - 10 Tipps beim Brautkleidkauf

Manche träumen bereits seit sie denken können von ihrem perfekten Hochzeitskleid. Ich hatte mir darum nie wirklich Gedanken gemacht. Bis der Antrag kam. Und dann war alles anders. Kaum ist die erste Überraschung verarbeitet und die Freudentränen getrocknet, befindet man sich ohne Vorwarnung im Hochzeitsmodus. Man kann an nichts anderes mehr denken, kauft sämtliche Hochzeitsmagazine, die man in die Finger bekommen kann, durchforstet das Internet nach allen möglichen Ideen und Tipps und hat ganz plötzlich zehn Boards zu allen möglichen Themenbereichen der Hochzeit auf Pinterest erstellt. Aber das allererste, was mir nach dem Antrag in den Sinn kam, war: Ich brauche ein absolut spektakuläres Kleid! Ich muss auch gestehen, das aller aller Erste, was ich überhaupt für meine Hochzeit gekauft habe, war mein Brautkleid. Damit auch ihr euer Traumkleid findet, hier ein paar meiner Tipps.

 

1. Inspirationen sammeln

Bevor ihr in ein Geschäft geht, sammelt so viele Inspirationen wie möglich. Lest Hochzeitsmagazine, Blogs und schaut euch auf Pinterest um. Dabei kann die Auswahl schonmal ein ganzes Stück eingegrenzt werden. Aber bei all den wunderschönen Bildern müsst ihr euch immer wieder bewusst machen, wie die meisten dieser Fotos entstanden sind: Das Model positioniert sich und anschließend wird von Stylisten so lange an dem Kleid gezupft, abgeklemmt und gerichtet, bis jede Falte absolut perfekt liegt. Bedenkt, dass ihr den ganzen Tag in diesem Kleid verbringen werdet, dass ihr darin sitzen, laufen und tanzen wollt. Was nützt die schönste Robe, wenn man sie nach einer Stunde am liebsten ausziehen würde und sich fragt, wie man den restlichen Tag darin überstehen soll? Dehalb nehmt die Bilder als Inspiration, aber erinnert euch immer wieder daran, dass ihr auf den meisten Fotos keine echten Bräute seht, die den ganzen Tag in diesem Kleid verbringen.

 

2. Budget festlegen

Bevor ihr ein Brautmodengeschäft betretet, solltet ihr defintiv ein genaues Preislimit festlegen. Ich denke, die meisten möchten nicht die Hälfte ihres gesamten Budgets für das Kleid ausgeben. Deshalb sollte vorher auf jeden Fall ein Preisrahmen festgelegt werden. Denn das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ihr in ein Kleid schlüpft, es euer absolutes Traumkleid ist und ihr dann feststellen müsst, dass es meilenweit über eurem Budget liegt. Danach wird sich alles andere wie ein Kompromiss anfühlen. Deshalb macht euch vor der Anprobe über den Preis Gedanken und zieht nur Kleider an, die auch wirklich in eurer Preisklasse liegen. Bedenkt dabei auch, dass häufig noch Kosten für Änderungen hinzukommen können.

 

3. Termine vereinbaren und Lieferzeiten beachten

Ein Brautmodengeschäft ist kein Geschäft, in das man einfach mal eben hineinspazieren kann, um Kleider anzuprobieren. Es müssen immer Termine zur Anprobe vereinbart werden. Immerhin bekommt ihr eine Beraterin an die Seite gestellt, die euch bei der Auswahl unterstützt und vor allem beim An- und Auskleiden behilflich ist. Man glaubt gar nicht, dass es nahezu unmöglich ist, in die meisten Brautkleider alleine rein und vor allen Dingen wieder raus zu kommen. Am besten ist es, einen Termin unter der Woche zu vereinbaren, da an den Samstagen immer ziemlich viel los ist. Da die meisten Modelle in den Läden nur Probestücke sind, muss jedes Kleid erst bestellt werden. Dabei sind Lieferzeiten von sechs Monaten absolut keine Seltenheit. Deshalb ist es gar nicht so übertrieben, zuallererst nach einem Kleid zu suchen.

 

4. Vorbereitet zur Anprobe gehen

Am besten solltet ihr ungeschminkt zur Anprobe gehen, denn Make-up Flecken auf den teuren Stoffen führen zu keiner guten Stimmung. Außerdem solltet ihr Unterwäsche tragen, die gut sitzt und am besten nudefarben ist, damit sie unter dem Stoff nicht durchscheint. Falls ihr bereits Schuhe habt, könnt ihr sie auch gleich zur Anprobe mitbringen. Dann seht ihr sofort, wie sie mit dem Kleid harmonieren. In Brautmodengeschäften ist es üblich, die Schuhe am Eingang auszuziehen und einfach so in den Kleidern stöbern darf man auch nicht. Zunächst bekommt ihr Handschuhe, mit denen ihr die Kleider durchschauen dürft. In der Regel könnt ihr ca. sechs Modelle auswählen, die ihr anprobieren wollt. Während der Anprobe gibt es auch keinen Sekt oder Champagner zu trinken, wie uns viele Filme glauben machen wollen. Das hat einfach den Grund, dass die Kleidungsstücke nicht gerade günstig sind und es doch mal schnell zu einem Malheur kommen kann.

 

5. Genug Zeit einplanen

Viele möchten am liebsten einen Anprobemarathon veranstalten und an einem Tag möglichst mehrere Brautläden abklappern. Jedoch darf so eine Anprobe nicht unterschätzt werden. Es sollten mindestens zwei Stunden pro Termin eingeplant werden und nach hinten am besten noch Luft gelassen werden. Immerhin soll das Ganze nicht unnötig in Stress ausarten. Unter Druck solch eine schwierige Entscheidung zu treffen, ist auch nicht empfehlenswert. Die einzelnen Kleider anzuprobieren ist nicht vergleichbar mit einem normalen Shoppingtrip und oft fühlt man sich danach doch etwas erschöpft. Deshalb empfehle ich euch nur einen Termin pro Tag.

 

6. Nur ein paar Vertraute mitnehmen

Viele von euch kennen sicherlich diese Fernsehserien, in denen Bräute auf der Suche nach ihrem Traumkleid sind. Da sitzt dann häufig die ganze Couch voll, weil jeder seine Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Oma, Trauzeugin und eine ganze Horde Brautjungfern mitnimmt. Aber je mehr Leute ihr mitnehmt, desto mehr Meinungen gibt es zu den Kleidern, die ihr anprobiert und umso schwerer wird euch die Entscheidung fallen. Ihr solltet die Anzahl auf zwei bis drei Begleiter beschränken. Nehmt jemanden mit, der euch sehr gut kennt und seine ehrliche Meinung sagt, aber euch nichts aufdrängt. Am Ende müsst ihr euch wohl fühlen und euch muss das Kleid gefallen, egal was andere denken. An diesem Tag solltest du ganz du selbst sein und das sollte auch an deinem Kleid erkennbar sein.

 

7. Offen sein

Oft hat man eine ganz genaue Vorstellung davon, wie das Kleid aussehen soll, welchen Schnitt, welchen Stoff und welche Farbe es haben soll. Aber ihr solltet dennoch versuchen, möglichst unvoreingenommen in die erste Anprobe zu gehen. Manchmal muss man dann nämlich feststellen, dass beispielsweise die A-Linie, die man unbedingt tragen möchte, gar nicht zu einem passt oder die ausgewählte Farbe einen blass erscheinen lässt. Nutzt den ersten Besuch und probiert einfach möglichst viele, unterschiedliche Modelle, bis ihr das Richtige für euch gefunden habt.

Lasst euch nicht davon irritieren, wie die Robe am Bügel aussehen mag. Als die Verkäuferin mein Kleid am Bügel in die Ankleide brachte, dachte ich noch, dass ich das gar nicht anprobieren brauche, weil es das auf gar keinen Fall werden wird. Tja und was soll ich sagen: Ich zog es an und konnte gar nicht glauben, wie es angezogen wirkte. Es sah komplett anders aus als auf dem Bügel! Deshalb solltet ihr ein Kleid zunächst immer angezogen haben, bevor ihr euch dagegen entscheidet. Das Kleid muss zu euch passen und eure Persönlichkeit widerspiegeln. Dabei solltet ihr euch nicht von aktuellen Trends beeinflussen lassen und die Auswahl nur danach treffen, ob das Modell momentan angesagt ist oder nicht. Letzendlich sollt ihr euch wohl fühlen und an eurer Hochzeit nicht in einer Verkleidung kommen.

 

8. Das Bauchgefühl entscheidet

Manche Bräute haben das große Glück sofort zu wissen, wann sie ihr Traumkleid gefunden haben. Sie ziehen es an und sofort fließen die Tränen. Sie spüren einfach, dass sie DAS Kleid gefunden haben. Aber keine Sorge falls es bei euch nicht so sein wird. Manchmal muss einfach nochmal eine Nacht darüber geschlafen werden. Lasst euch davon nicht verunsichern und macht euch keine Gedanken, falls ihr nicht von euren Gefühlen überwältigt werdet, wenn ihr euer Brautkleid gefunden habt. Auch wenn es schwer fällt, sich für ein einziges Kleid an so einem wichtigen Tag zu entscheiden, solltet ihr einfach in euch hineinhören, ob ihr euch in dem Kleid einzigartig und wunderschön fühlt. Und wenn ihr dieses Gefühl habt, dann ist es das Richtige.

 

9. Fotos machen lassen

Häufig sind die Ankleiden der Brautmodengeschäfte mit so vielen Spiegeln ausgestattet, dass ihr euch von jeder Ansicht sehen könnt. Aber dennoch ist es noch einmal ein riesiger Unterschied, sich auf einem Foto zu sehen. Man bekommt noch einmal einen ganz anderen Eindruck, wie das Kleid als Gesamtes wirkt, wie es fällt und man selbst darin aussieht. Ihr könnt auch ein kleines Video drehen, um zu sehen, wie das Kleid beim Gehen mitschwingt und wie ihr darin ausseht, wenn ihr zum Altar schreitet. Vor allem können Fotos auch hilfreich sein, wenn nicht sofort eine Entscheidung getroffen werden kann und zwei Kleider in der engeren Auswahl sind. Zuhause können die Bilder noch einmal in Ruhe mit etwas Abstand angesehen werden und häufig fällt die Enscheidung, ohne den Druck im Geschäft, leichter.

 

10. Nicht mehr suchen

Eine ganz wichtige Regel beim Brautkleidkauf: Sobald ihr euch entschieden habt, darf nicht weitergesucht werden! Dadurch entstehen nur Zweifel und man wird zu keinem Ende kommen, wenn man immer weiter sucht und hofft ein noch schöneres Kleid zu finden, das noch besser zu einem passt. Es gibt so viele traumhafte Kleider, aber letztendlich muss man eine Entscheidung treffen und dann darauf vertrauen, das Richtige ausgewählt zu haben. Denn wenn ihr das nicht tut, kann es passieren, dass ihr durch jedes Geschäft tingelt und acht Wochen vor eurem großen Tag immer noch mit leeren Händen dasteht. Deshalb hört nicht auf dieses kleine Teufelchen, welches euch einflüstern möchte, dass es da draußen noch ein besseres, schöneres Kleid für euch gibt.

 

Ich hoffe sehr, dass euch die Tipps bei der Kleiderwahl behilflich sein werden und jede ihr Traumkleid findet. Allerdings sollte die Suche Spaß machen und nicht in Stress ausarten. Denkt immer daran: Euer Zukünftiger wird an diesem Tag so glücklich sein euch zu sehen, dass er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit jedes Kleid an euch wunderschön finden wird!

Eure Laura